Kleines Video einer Grundschulung im Segelkunstflug

Flugzeug: Super Blanik L-23, OE-5502

wer: Azubi: Böhm Heinz, Fluglehrer: Pertlwieser Heimo

wann: August 2009

wo: Linz Ost

Kunstflugberechtigung:


Wie kommt man denn nun zu einer Kunstflugberechtigung?

Man kann natürlich einfach mal ein
wenig Kunstflug machen. Kann ja schließlich nicht so schwierig sein mal einen Loop oder einen
Turn oder auch eine Rolle zu fliegen.

Was davon zu halten ist, sagen euch schon die Vereinsregeln.
Der korrekte Weg erscheint natürlich etwas aufwendiger, aber es ist wirklich die einzige Möglichkeit
vernünftig Kunstflug zu machen, völlig unabhängig davon, ob man nur mal ein wenig turnen
möchte, oder auch durch gezieltes Training einen präzisen, geplanten Kunstflug durchzuführen.
Die Belohnung ist sicherer Kunstflug mit dem Erfolgserlebnis sich neue Dinge zu erarbeiten und seine
Fähigkeiten auszubauen. Die Ausbildung verlangt natürlich Voraussetzungen, die man zu erfüllen
hat:


Die bekannte Pflicht:

Um die Kunstflugausbildung beginnen zu können schreibt der Gesetzgeber
natürlich einen gültigen Segelfliegerschein vor und
• etwa zweistündigen theoretischen Unterricht
• drei Flüge im doppelsitzigen Segelflugzeug mit einem Fluglehrer
• zwei Prüfflüge


Die Kür:

Empfehlenswert sind natürlich mehr Flüge. Grundsätzlich kann man das natürlich nicht
festlegen, denn die Zahl der Flüge hat - wie sonst auch im Segelflug - nur bedingt mit den
Fähigkeiten zu tun. Auf jeden Fall muss das Führen des Segelflugzeuges völlig im Blut sein, wenn
man noch nachdenken muss, wohin man das Seitenruder treten muss, um den Faden gerade zu
kriegen ist das sicher ein gutes Indiz, daß man noch mehr Übung brauchen kann.

Eine FSchleppberechtigung
sollte man sinnvollerweise auch haben, denn die Ausbildung wird im FSchlepp
gemacht.


Die unbekannte Pflicht:

Die Ausbildung beginnt mit einer mündlichen Einweisung in die bevorstehenden Übungen.

Nach ein paar Gedankenspielen, wie ein Flugzeug im Rückenflug wohl so
fliegt und worauf man achten muss, macht man den ersten Start - natürlich mit Fluglehrer.

Stück für Stück zeigt der Fluglehrer die Grundfiguren. Nachdem alle einzelnen Figuren geübt sind,
fliegt man das Prüfungsprogramm.

Dabei muss man ein einfaches, vorgegebenes Kunstflugprogramm fliegen:
Loop, Turn und Trudeln (rechts und links), Abstieg mit wechselnden Steilkreisen (60°
Querneigung), Landung mit Slip.

Die Richtungen der Figuren sind hierbei vorgeschrieben um zu
zeigen, daß man die Figuren in beide Richtungen beherrscht.

Dabei darf man nicht die Flinte ins Korn werfen, wenn man mal an einer Stelle nicht voran kommt.
Das ist völlig normal und kann jedem passieren, oft ist es sogar so, daß Piloten mit besonders vielen
Flugstunden extra große Probleme haben. Wenn man die Kunstfliegerei erst mal nicht hinbekommt,
sollte man das nicht übers Knie brechen. Lieber macht man weitere Schulflüge und feilt an seinen Problemen,
als mit geringer Sicherheit zu fliegen. Wer zugeben kann, daß er noch Training braucht, der fliegt sicher.
und dann?

Dann hat man den Schlüssel zur Welt des Kunstfluges. Es ist ein großer Fehler zu glauben,
daß man dann ein Kunstflieger ist, der alles kann; man hat lediglich den Schlüssel, um sich
die Welt des Kunstfluges zu erschließen aber es gibt eigentlich niemanden, der dies nicht spätestens
während der Schulung erkannt hat.

Der Glaube, daß man nach der Kunstflugausbildung in 100m
Höhe im Rückenflug über den Platz fliegen kann existiert im höchsten Fall vor der Schulung.

mfg, Pertlwieser Heimo

 

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